Wir bringen uns kontinuierlich ein für eine bessere Qualität von Inklusion in Bremen.
Das tun wir seit 2008 bis heute zum Beispiel über Aufrufe, ein Memorandum zur schulischen Inklusion und zahlreiche Stellungnahmen u.a.
- zu Strategien der Bildungsbehörde
- zu Überarbeitungen des Schulgesetzes
- zu entsprechenden Verordnungen.
Unsere Positionen vertreten wir auch gerne gemeinsam und im Netzwerk mit weiteren Akteur:innen der Bremer Bildungslandschaft, um noch mehr Gehör zu finden.
Nachstehend ein Ein- und Überblick über unsere Positionen und den damit verbundenen Aktivitäten.
Im März 2026 hat Eine Schule für Alle Bremen e.V. Stellung bezogen zur Offensive für mehr Bildungsqualität
(https://www.bildung.bremen.de/offensive-fur-mehr-bildungsqualitat-483718) des Senators für Kinder und Bildung.
Wir denken: Sozialraumorientierung darf nicht beim Übergang von der Kita in die Grundschule stehenbleiben. Konstruktiv umgesetzte Sozialraumorientierung verringert ungleiche Bildungschancen,
braucht dafür aber vielfältige Akteur*innen im Stadtteil und somit auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Ressorts, um vorhandene Ressourcen aktivieren und konsequent an den Bedürfnissen und
Interessen der Menschen im Sozialraum ansetzen zu können. Insofern wünschen wir uns für dieses Handlungsfeld eine deutliche Ausweitung der Perspektive.
Hier der vollständige Text zum Download:
Seit Mitte 2025 sind wir aktiv im Bündnis für Bildung, in dem sich 19 Organisationen, Verbände und Vereine aus der Bremer Bildungslandschaft zusammengeschlossen haben. Wir haben
uns versammelt unter folgenden Kernforderungen an die Bremer Bildungspolitik:
"Das Bündnis vertritt und unterstützt das unverzichtbare, übergreifende und tragende Ziel einer inklusiven und zukunftsfähigen Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in Bremen, sieht allerdings
seit langem, dass dieses endlich in politischer Gesamtverantwortung auch von Bürgermeister und Senat in den Fokus genommen werden muss.
Unerlässlich ist, dass
• die pro Kopf Ausgaben pro Schüler:in in Bremen auf das Niveau der anderen Stadtstaaten ansteigen,
• eine ab sofort tragfähige Ressourcenplanung und finanzielle Sicherung für den unabdingbaren Ausbau der Schulplatz- und Ganztagskapazitäten der kommenden Jahre vorgenommen wird und
• die Organisation aller relevanten Belange von Kindern und Jugendlichen zu bündeln, um effizient und koordiniert individuelle Unterstützung bei Erziehung und Bildung zu gewähren.
In diesem Papier finden sich weitere Informationen zur Entstehung und Zielrichtung des Bündnisses.
Im Herbst 2025 haben wir eine gemeinsame Presseaktion im Bündnis gestartet. Bis Januar 2026 wurde jede Woche ein Statement eines Bündnispartners/einer Bündnispartnerin an Presse, Politik und
Öffentlichkeit verschickt. Jeweils wurde ein besonderer Schwerpunkt gesetzt in Hinblick auf notwendige Schritte für eine grundlegende Bildungswende.
Eine Schule für Alle Bremen e.V. fokussiert sich mittlerweile besonders auf das Thema "Sozialraumorientierung von Schule", da wir hier Möglichkeiten sehen, wirkliche Fortschritte
in Hinblick auf eine gute inklusive Bildung für Kinder und Jugendliche zu erreichen. Wir haben in unserem Statement folgende Forderungen formuliert:
− ein ressortübergreifendes, planvolles und zukunftsorientiertes Handeln, um allen Kindern und Jugendlichen eine gute, inklusive Bildung zu ermöglichen
− Schulen müssen konsequent dabei unterstützt werden, ihren Weg in die Vernetzung und Kooperation im Quartier zu gehen − Leuchtturmprojekte zur Sozialraumentwicklung in mindestens zwei
Stadtteilen mit herausfordernden Bedingungen. Deren Erkenntnisse müssen nachhaltig in weitere Quartiere überführt werden.
Das vollständige Statement finden Sie hier zum Download.
Im Februar 2025 haben wir ausführlich Stellung bezogen zum Entwurf zur Verordnung über die Inklusive Bildung an den öffentlichen Schulen im Land Bremen - InBilVO. Die Verordnung dient zur Umsetzung und zur Klärung von Detailfragen der im Bremischen Schulgesetz verankerten Regelungen zur inklusiven Bildung. Daher ist sie ein wichtiger Baustein bei der praktischen Umsetzung von Inklusion. In unserer Stellungnahme haben wir darauf hingewiesen, dass das Ziel der inklusiven Schule nicht konsequent angestrebt und durch die Verordnung unterstützt wird, sondern dass die Verordnung zunehmend im sonderpädagogischen Spartendenken verharrt. Als Fazit haben wir den Gesetzgeber aufgefordert, eine Verordnung auf der Grundlage eines konsequenten Entwicklungsauftrages zur inklusiven Schule zu formulieren. Dies bedeutet insbesondere die Aufhebung der sonderpädagogischen Kategorien und stattdessen die individuelle Unterstützung und Förderung aller Schülerinnen und Schüler im Land Bremen. Die ausführliche Stellungnahme steht hier zum Download bereit.
Im Dezember 2024 haben wir Stellung bezogen zum Entwurf des "Gesetz zur Änderung des Bremischen Schulgesetzes".
In unserer Einleitung haben wir geschrieben: "Den vorliegenden Entwurf verstehen wir in entscheidenden Formulierungen in seiner Ausrichtung als Abkehr von dem Auftrag, dass alle Bremer Schulen
sich zu inklusiven Schulen entwickeln sollen. Wir erwarten von einem neuen Schulgesetzentwurf eine an der Realität orientierte Überarbeitung mit Perspektive auf die von der UN-BRK festgelegte
Entwicklung zu einer inklusiven Schule. Wir akzeptieren weder ein Festschreiben der gerade aktuell viel kritisierten Situation ohne einen konkreten Entwicklungsauftrag zur inklusiven Schule noch
eine Festschreibung exkludierender Einrichtungen". Unsere ausführliche Begründung für diese Einschätzung steht hier zum Download bereit.
Gemeinsam mit dem damaligen Landesbehindertenbeauftragten Dr. Joachim Steinbrück haben wir 2015 die Initiative ergriffen und das Bremer Memorandum zur schulischen Inklusion erarbeitet. Uns ist es gemeinsam gelungen, dass sich 30 Organisationen, Verbände und Vereine, die in der Bremer Bildungslandschaft aktiv sind, hinter den formulierten Forderungen im Memorandum versammelt haben. Ein beeindruckendes und deutliches Signal an die Bremer Politiker:innen und die Bildungsbehörde, dass schulische Inklusion in Bremen wirklich gewollt wird.
Im Nachfeld haben wir dann - ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem LBB - in einem Reader zahlreiche Stellungsnahmen der Unterstützer:innen des Memorandums gesammelt und 2017 veröffentlicht.
Das Memorandum, auf dem alle Unterzeichner:innen zu finden sind, und der Reader zum Memorandum stehen hier zum Download bereit.
Bereits 2012 haben wir ausführlich zur ersten Verordnung für unterstützende Pädagogik (VUP) Stellung bezogen, um unsere Positionen einzubringen.
Erstmals haben wir darüber hinaus ganz bewusst ein Netzwerk verschiedener Akteur:innen initiiert, um bei der Ausgestaltung der VUP größtmöglichen Einfluss geltend zu machen. Gemeinsam haben wir
das Papier "12 Punkte für Qualität und Verlässlichkeit in der inklusiven Schule" erarbeitet und eingebracht.
Darin steht: "Wir, die Vertreterinnen und Vertreter der unterzeichnenden Organisationen und Institutionen, begleiten den Aufbau inklusiver Schulen im Land Bremen fachlich und konstruktiv. Die
inklusive Schule ist das zentrale bildungspolitische Projekt des Senats mit bundesweiter Beachtung. Wir unterstützen diesen mutigen und innovativen Weg, der rechtlich und
gesellschaftspolitisch alternativlos ist. (...) Die 12 Punkte für Qualität und Verlässlichkeit in der inklusiven Schule greifen die Übereinstimmungen der Stellungnahmen auf. Aus
Sicht der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner bedarf der vorliegende Entwurf – wie sich aus den Stellungnahmen im einzelnen ergibt – einer grundlegenden Überarbeitung. Die zukünftige VuP darf
sich nicht an der Struktur der alten Sonderpädagogikverordnung orientieren, sondern muss dem Grundverständnis eines inklusiven Bildungssystems folgen."
Unterzeichnet haben Der Landesbehindertenbeauftragte des Landes Bremen, Eine Schule für Alle Bremen e.V., Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Lebenshilfe Bremen e.V.,
Sektion Schulpsychologie des BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen), Universität Bremen Arbeitsgebiet Inklusive Pädagogik, Verband Sonderpädagogik Landesverband Bremen e.V.,
ZentralElternBeirat Bremen
Hier der vollständige Text zum Download.
Dieser Aufruf im Oktober 2008 war unser Startpunkt. Damals noch als Elterninitiative "Eine Schule für Alle - Jetzt!" haben wir beschrieben, was für uns eine Schule für alle Kinder und
Jugendlichen heißt.
Alles gilt noch heute!
Eine Schule für Alle
ist eine Schule für alle Kinder von Klasse 1 bis 12/13. Es gibt keine Gymnasien und keine Förderzentren.
Eine Schule für Alle
ist eine Schule für alle Kinder in einem Stadtteil. Jedes Kind ist dort willkommen.
Eine Schule für Alle
ist die Schule der Zukunft, weil sie das einzelne Kind in den Mittelpunkt stellt. Sie vermittelt den Kindern Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz, eigenständiges Arbeiten und Teamfähigkeit. Sie bereitet damit optimal auf die Berufstätigkeit vor.
Eine Schule für Alle
setzt auf individuelle Förderung und wird damit nicht nur den lernschwachen SchülerInnen gerecht, sondern auch den hoch begabten – sie ist leistungsorientiert.
Eine Schule für Alle
entspricht den internationalen Anforderungen an eine angemessene Schulbildung. Das bestehende System in Deutschland ist selektiv, diskriminierend und undemokratisch und hält Deutschland im Stand eines Entwicklungslandes in Sachen Bildung (so die Feststellung von Vernor Munoz, UN Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung).
Eine Schule für Alle
orientiert sich an den Pisa-Siegerländern wie Finnland und Kanada und nicht am Mittelfeld wie z.B. Bayern.
Eine Schule für Alle
nutzt die vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen und setzt sie effizient ein.
Eine Schule für Alle
bietet die Chance, überkommene Arbeitsstrukturen für LehrerInnen zu verändern. Sie führt nicht zum Einzelkämpfertum, sondern fördert ein offenes und teamorientiertes Arbeiten.
In einer Schule für Alle arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen am gleichen Ziel. Selbstverständlich sind in dieser Schule die Eltern der Schülerinnen und Schüler ein Teil des
Teams.
Die Schule für Alle rückt in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Stadtteil.
Eine Schule für Alle
muss wachsen. Unser Ziel ist: Ab dem 01.08.2009 werden die Grundschulen in die Lage versetzt, alle zur Einschulung anstehenden Kinder
aufzunehmen und angemessen zu bilden und zu erziehen.
Schritt für Schritt wird eine Schule für Alle Realität in Bremen.